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Man sieht eine Weltraumaufnahme der Erde und daneben die Fake-News-Schlagzeile: Die Erde ist eine Scheibe.

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Be smarter! Science as the answer to fake news and fatal errors

Long Night of the Sciences 2020 is taking a stand against misrepresentations, invented truths and irrationalism guided by the motto: Science as the answer to fake news.

Wenn Flugzeuge durch den Himmel fliegen, kann das jeder von der Erde aus sehen. Die Wissenschaft weiß, dass es sich dabei schlicht um kleine Wassertropfen bzw. Eiskristalle handelt. Sie entstehen in der oberen Troposphäre, also in einer Flughöhe zwischen 8.000 und 12.000 Meter, durch das Aufeinandertreffen von kalter Luft und der heißen, wasserdampfhaltigen Abgase der Flugzeugtriebwerke. Eine gängige Verschwörungstheorie verbreitet dagegen die Auffassung, es handle sich um Chemikalien, so genannte Chemtrails, die gezielt ausgestreut werden, um die Menschen zu vergiften oder zumindest zu manipulieren. Dass es dafür keine logische Erklärung gibt, stört die Vertreter dieser Theorie nicht.

So harmlos das Chemtrail-Beispiel auf den ersten Blick auch wirken mag, so gefährlich ist das dahinterliegende Prinzip. Es beruht vor allem auf der Leugnung von Fakten. Diese Leugnung oder sogar das Aberkennen von Fakten ermöglicht auch Fake-News in der Politik und politische Meinungsmache. So behauptete 2017 beispielsweise die Seite Wochenblick.at, Bundeskanzlerin Angela Merkel "hoffe auf 12 Millionen Einwanderer". Gezeigt wurde dazu eine Fotomontage mit einem Flüchtlingscamp in Hintergrund und einer in die Hände klatschenden Bundeskanzlerin im Vordergrund. Die Meldung war reine Erfindung, brachte aber viele Klicks und wurde häufig geteilt.

Fake News, Verschwörungstheorien und immer wieder geteilte fatale Irrtümer haben neben der Leugnung von Fakten noch etwas gemeinsam: Sie gründen alle auf der Annahme, jeweils im Besitz einer unumstößlichen Wahrheit zu sein. Vor allem in diesem Punkt stehen sie nicht nur im Widerspruch zur Wissenschaft, sondern fördern letztlich sogar die Wissenschaftsfeindlichkeit in der Gesellschaft.

Prof. Dr. Werner Ullmann, Präsident der Beuth Hochschule für Technik Berlin und Vorsitzender des Lange Nacht der Wissenschaften e.V. (LNDW e.V.) über die Kampagne: „In der Wissenschaft gibt es keine unumstößliche Wahrheit, denn Theorien sind immer nur so gut, bis sie durch eine noch bessere Theorie und Erklärung ersetzt werden. Die dadurch erreichte Komplexität unseres Wissens ist der Motor unseres Fortschritts. Populistische Vereinfachungen durch Fake News und Verschwörungstheorien versprechen, dieser Komplexität und Vielfalt zu entkommen. Es gehört zur Verantwortung von Wissenschaftler*innen, sich diesem Irrationalismus entgegenzustellen. Wir freuen uns umso mehr, dass wir auch in der 20. Ausgabe der LNDW in über 2.000 Veranstaltungen viele Antworten geben, die zu noch mehr Fragen führen werden.“